Moderne TVs ermöglichen mittlerweile hochauflösendes Fernsehen in HD. Und selbstverständlich gehört zum aktuellen Equipment für die Heimkinoanlage auch der Blue-ray-Player. Die Qualität der Auflösung ist dabei so bestechend, dass selbst zu herkömmlichen DVDs ein großer Unterschied zu sehen ist. Dabei sind die Zeiten von VHS, Super-VHS und Videorekordern noch gar nicht so lange her. Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an die Diskussion, ob VHS oder Betamax das Rennen um die Gunst der Konsumenten gewinnen würde.
VHS, Betamax und Video 2000
Betamax wurde in den 70ern von Sony entwickelt – als Halbzoll-Magnetband zum Aufzeichnen von analogen Audio- und Videosignalen. Betamax stand in direkter Konkurrenz zum VHS-System von JVC. Lange Zeit war dabei nicht klar, welches System dominieren würde. So kam es, dass Filme und Abspielgeräte für verschiedene Systeme angeboten wurden. Während Betamax und VHS aus Fernost kamen, versuchte man in Europa, dem etwas entgegenzusetzen. Deshalb wurde 1979 das technisch weit überlegene Video-2000-System vorgestellt. Dieses System wurde von Philips und Grundig entwickelt. Obwohl es technische Vorteile gab, konnten sich jedoch weder Betamax noch Video 2000 durchsetzen. Einer der Gründe hierfür war ein Schachzug von VHS-Entwickler JVC: Das Unternehmen bot der Filmindustrie die Lizenzen zur Verwendung des VHS-Systems zu sehr günstigen Konditionen an, knüpfte daran aber auch einige Bedingungen. So durften Video- und Audioproduktionen in VHS, nicht zusätzlich für andere Formate produziert werden. In der Folge konnte sich VHS sehr schnell durchsetzen und Betamax sowie Video 2000 gerieten allmählich in Vergessenheit.
Von der Laser Disc bis zur Blu-ray
Ebenfalls in den 70ern wurde die Laserdisc, auch Laservisiondisc genannt, entwickelt. Zu Anfang war sie ausschließlich zur Aufzeichnung von analogen Signalen vorgesehen. 1986 entwickelte Pioneer dann eine Laserdisc, sie auch eine digitale Spur enthielt. Doch trotz ihrer enormen Vorteile gegenüber der Videokassette wurden über viele Jahre stets mehr Videokassetten als Laserdiscs verkauft. Das lag zum Teil daran, dass die LDs immer noch sehr teuer in der Produktion waren. Doch mit der Markteinführung der Compact Disc (CD) war der Siegeszug der silbernen Scheiben nicht mehr aufzuhalten. Spätestens als auch Rohlinge zum Selberbrennen auf den Markt kamen und entsprechende Aufnahmegeräte günstiger wurden, war das Ende der Videokassette besiegelt. Als Ende der 90er die DVD auf den Markt kam und noch größere Speicherkapazitäten bot, waren plötzlich auch höhere Auflösungen möglich. Später folgten Double-Layer-DVDs mit doppelter Kapazität.
Der Nachfolger der DVD ist die Die Blu-ray Disc (BD), die vor allem als Datenträger für hochauflösende Filme in HD verwendet wird.
Die Zukunft liegt im Internet
Auch die Blu-ray wird wohl irgendwann überholt sein. Vermutlich wird in Zukunft das Internet eine große Rolle bei der Bereitstellung von Daten spielen. Schon heute sind weit über 80 Prozent aller deutschen Haushalte mit dem Internet verbunden. Über das sogenannte Cloud-Computing findet im Web bereits jetzt eine Dezentralisierung von Speicherplatz statt. Auch Fotos, Filme und Musik werden in den Clouds gespeichert. Gleichzeitig bieten viele Provider auch Movie-Streams zu attraktiven Preisen. Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir ganz ohne die silbernen Scheiben auskommen werden.